Vierter Castor-Behälter mit Atommüll auf dem Weg nach Ahaus
20.05.26
JÜLICH/AHAUS (dpa-AFX) - Wegen eines Atommüll-Transportes müssen Autofahrer auf einer Reihe von Autobahnabschnitten im Rheinland und im Münsterland aktuell mit Sperrungen rechnen. Ein Castor-Behälter mit hochradioaktiver Altlast wird von einem Schwerlasttransporter aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich ins Zwischenlager Ahaus gebracht, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Es ist der vierte Castor seit dem Start der Transporte quer durch NRW Ende März.
Der Transport findet in einem großen Konvoi Dutzender Fahrzeuge statt. Die Polizei schützt die unangekündigte Aktion mit schätzungsweise insgesamt rund 1.000 Beamten auf der Strecke sowie am Start- und Zielpunkt. Die genaue Fahrtroute und Alternativstrecken werden aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben. Die Polizei sperrt Autobahnabschnitte während des Transports. Für die etwa 170 Kilometer lange Strecke werden etwa vier Stunden benötigt.
Die ersten drei nächtlichen Transporte von jeweils einem Castor-Behälter quer durch NRW verliefen ohne Zwischenfälle. Sie fanden am 24./25. März, 21./22. April und am 5./6. Mai statt. Parallel zu den Castor-Transporten demonstrierten in der Vergangenheit an mehreren Stellen Menschen gegen die Verlagerung des hochradioaktiven Atommülls quer durch das dicht besiedelte Bundesland. Auch diesmal gab es Proteste gegen den Transport. Nach Polizeiangaben beteiligten sich in Jülich 12 und in Ahaus 38 Menschen an Kundgebungen.
Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter mit Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich nach Ahaus gebracht werden. In der Summe handelt es sich damit um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten. Dem Auftakt gingen mehrere Gerichtsentscheidungen voraus./vd/DP/he